
Das Blutvergießen in Bagdad geht ungeachtet der neuen Sicherheitsoffensive irakischer und amerikanischer Truppen weiter. Noch am Samstag zeigte sich US-Außenministerin Condoleezza Rice optimistisch wegen der jüngsten Erfolge in der Hauptstadt.
Bei dem folgenschwersten Anschlag seit Beginn der Militäraktion vor einigen Tagen wurden am Sonntag nach Polizeiangaben mindestens 56 Menschen in den Tod gerissen und 127 verletzt. Attentäter hatten auf einem Markt in der überwiegend von Schiiten bewohnten Neustadt fast zeitgleich zwei Autobomben gezündet. Im schiitischen Stadtviertel Sadr City explodierte ebenfalls eine Autobombe. Dabei wurden mindestens ein Mensch getötet und etwa zehn weitere Personen verletzt. Zuvor hatte die irakische Führung ihre Sicherheitsoffensive in der Hauptstadt als Erfolg bezeichnet. Razzien und Patrouillen in überwiegend sunnitischen Vierteln hätten zu einem Rückgang von „Verbrechen und Terrorangriffen“ um 80 Prozent geführt, sagte Brigadegeneral Kassim Mussawi.